Maskenball…
Fassade…
Wir sind alle Schauspieler.


Ich habe mir grade die Frage gestellt, ob viele erfolgreiche Schauspieler erst später zu Seelisch Kranken werden oder ob sie diesen Karriereweg gegangen sind, weil sie vorher schon krank und geübt im Fassadeaufbau waren.

„The Show must go on“
Die Geißel unserer Gesellschaft…bloß nicht zeigen, wenn man leidet.
Wer hat den Mist eigentlich erfunden?

Letztendlich geht’s doch nur darum, keine Schwäche zu zeigen,
Stärke zu demonstrieren, nicht angreifbar zu sein.
Als Schutz…
Für sich selbst oder um die Gesellschaft nicht zu behelligen mit dem eigenen Leid.

Seelisch Kranke sind darin Meister… auch ohne Schauspiel- Schule.
Wir brauchen keine Kurse, keine Prüfung…wir marschieren direkt zum Diplom.
Mit Bestnote und Auszeichnung.
Wir liefern das, wovon wir denken, was die anderen in uns sehen wollen.
Oder wir stellen uns so dar, wie wir gerne wären ohne seelische Erkrankung.
Rund um die Uhr… Schwerstarbeit!

Die Rolle(n) unseres Lebens
Folgsame Tochter, Fleißige Hausfrau, Gute Mutter, Erfolgreiche Bankerin, etc.
Mutiger Junge, Cooler Typ, Heißer Lover, Verantwortungsvoller Papa, etc.

Wir lachen, wir sind fröhlich, wir sind fleißig, wir sind alles!
Was IHR wollt oder was wir gerne wären…

Und wenn die Belastung zu groß wird und wir dazu nicht mehr in der Lage sind, dann ziehen wir uns zurück und hadern mit uns selbst, weshalb wir das im Moment nicht schaffen.
Wir fühlen uns schuldig, weil wir versagt haben und bauen noch mehr inneren Druck auf.
Nicht schön…sogar ziemlich gemein, denn das verstärkt eigentlich unsere Probleme noch und viele unserer psychosomatischen Erkrankungen sind eine Folge davon.

Ich schließe diesen Beitrag jetzt mit dem Songtext von Katja Ebstein.. das war der erste, der mir in den Kopf kam, als ich heute mit dem Schreiben begann.

Eure Rapunzel

Theater Songtext

Sie setzen jeden Abend eine Maske auf
und sie spielen, wie die Rolle es verlangt.
An das Theater haben sie ihr Herz verkauft
Sie stehen oben und die unten schauen sie an.
Sie sind König, Bettler, Clown im Rampenlicht
doch wie’s tief in ihnen aussieht, sieht man nicht.
Theater Theater
der Vorhang geht auf
dann wird die Bühne zur Welt.
Theater Theater
das ist wie ein Rausch
und nur der Augenblick zählt.
Wie ein brennendes Fieber
Wie ein Stück Glückseeligkeit
ein längst vergessener Traum
erwacht zum Leben
Theater Theater
gehasst und geliebt,
Himmel und Hölle zugleich.
Und der Clown, der muss lachen,
auch wenn ihm zum weinen ist
und das Publikum sieht nicht,
dass eine Träne fließt
Und der Held, der muss stark sein
und kämpfen für das Recht,
doch oft ist ihm vor Lampenfieber schlecht.
Alles ist nur Theater
und ist doch auch Wirklichkeit
Theater – das Tor zur Phantasie.Theater Theater
ihr schenkt uns Applaus
wir geben alles für euch
Und lachen und weinen für euch

ja, wir geben alles für euch.